Recruiting 4.0. oder professionelles Beziehungsmanagement?

Keine Frage, Mitarbeiter gewinnen und binden, ist ohne die Anwendung von digitalen Instrumenten und Prozessen schon heute und erst recht in Zukunft nicht denkbar. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann entsprechende auf dem Markt verfügbare Tools Einzug gewinnen. Spannend dabei wird sein, wie wir uns als Unternehmer / Recruiter bei der Suche nach den Besten differenzieren. Und da sind wir bei dem springenden Punkt – letztlich zählt der Mensch …

… jede Technik ist nur so gut, wie der Mensch, der sie entwickelt, programmiert und anwendet. Und nach jedem vorgelagerten Technikeinsatz zählt am Ende der persönliche Kontakt, sprich wie gut fühlt sich ein Kandidat angesprochen, verstanden, beraten und betreut. An dieser Stelle sage ich bewusst nicht Bewerber, denn wir befinden uns in einem extremen Arbeitnehmermarkt.

In unserer Praxis erleben wir es täglich: um erfolgreich neue Mitarbeiter an Bord zu holen, ist es absolut erforderlich, eine strukturierte und individuelle Suchstrategie zu entwickeln und motiviert und engagiert zu verfolgen.

Ein klares und genaues Suchprofil ist der Ausgangspunkt und die individuelle Beantwortung von Fragen wie:

Was wird genau gesucht? Was sind die Herausforderungen und Kicks für mögliche Kandidaten? Menschen, mit welchen Berufs- und Erfahrungshistorien könnten passen? Hier heißt es „weit denken“, über den Tellerrand – was für Fähigkeiten und Kenntnisse sind wirklich wichtig? Was kann auch dazu gelernt werden? Wo halten sich die Kandidaten am ehesten auf, damit wir dort ihre Aufmerksamkeit erzielen oder sie ansprechen können?

Sofern es uns gelingt, durch eine klare Suchstrategie und ein vorgelagertes attraktives transparentes Arbeitgebermarketing, Kandidaten für uns zu interessieren, kommt es dann besonders auf den persönlichen Kontakt an.

Jetzt heißt es, die Kandidaten durch ein professionelles Beziehungsmanagement für die neue Herausforderung zu begeistern und sie verlässlich, kompetent und empathisch bei ihrer Entscheidung für eine neue Herausforderung zu begleiten.

Langfristig wird ein kontinuierliches Beziehungsmanagement zunehmen. Weg von der zeitpunktbezogenen Personalgewinnung – ich brauche jetzt einen neuen Mitarbeiter – hin zu einem zeitraumbezogenen Aufbau sowie Pflege eines Kandidatennetzwerkes. Dieses Netzwerk wird für mich dann zukünftig, in 6 Monaten, in 1 Jahr … von Interesse sein.

Mein Fazit: Die Aufgabe der Personalgewinnung ist und bleibt spannend. Technische Tools (werden) helfen, den Prozess zu optimieren und von administrativen Aufgaben zu entlasten. Der Fokus und der Erfolg werden aber durch persönliche Beratung und Betreuung bestimmt.

Juni 2017 – Dagmar Kuhnen